Sonntag, 18. August 2013

Infrastrukturfaszination

Natuerlich war fuer die Timoresen Deutschland eine ganz andere Welt. Alle drei sind schon vielfach gereist, Portugal, Japan, Israel, Australien, Singapur, d.h. stark industrialisierte Laender war kein absolutes Neuland, aber dennoch ist die Infrastruktur, wenn man aus Timor-Leste kommt, ein gewaltiger Kontrast, das ging selbst meinen Augen zum Teil so, obwohl ich aus Deutschland komme. In Timor-Leste gibt es keine Zuege, die Strassen ausserhalb der Hauptstadt sind kurvig und schlecht asphaltiert, in Dili gibt es ueberwiegend einstoeckige Wohnhaeuser und bislang zwei Hochhaeuser. Ich habe mir die ganzen Fotos der Timoresen kopiert und es war spannend zu sehen was sie fuer Aufnahmen gemacht haben, das sagt viel ueber die Eindruecke:











Dienstag, 30. Juli 2013

Wieder im Lande

 
So, nach einigen Wochen habe ich nun endlich die Musse mich wieder per Blog bei Euch zu melden. Ich hoffe Ihr habt alle die Hitzewelle gut ueberstanden bzw. den Sommer genossen.
Die letzten Wochen waren sehr trubelig, zum einen viel Arbeit, dann der Besuch von Holgers Schwester & Ihrem Freund und anschliessend sass ich schon wieder im Flieger nach Deutschland, wo ich mit meinem Projekt und drei Timoresen in Frankfurt, Bonn, Koeln und in der Eifel unterwegs war um verschiedene Jugendeinrichtungen zu besuchen. Das war eine sehr spannende Sache, Welten die zusammen treffen-(besonders fuer mich...) Timoresen meine Heimat zeigen und Ihren Blickwinkel auf Deutschland zu erleben, war etwas sehr besonderes fuer mich.
Als erstes aber ein paar Eindruecke aus Timor-Leste aus den letzten Wochen fuer Euch, zur Reise nach Deutschland dann die Tage, da werde ich weiter ausholen…

Schoenen Gruss,
Pia
 

Julia, Pia, Makoto

Dor"D"mundfans

Dili "International Airport" von oben

Dili von oben

Marktszene

Bananen, Bananen, Bananen

Meine Kolleginnen: Links Mana Adelina, Rechts Mana Rosa

Adelina, Pia und Yodith (Schwaebin aus Eritrea)


Kitesurfholger


Holger mit Kollegin beim Kiten

Sonntag, 7. Juli 2013

Superfrau für den Frieden

Hallo,

hier ein Beispiel, wie versucht wird der timoresischen Gesellschaft das friedliche Zusammenleben und dessen Vorteile zu erklären. Die Filme werden auf öffentlichen Veranstaltungen und Konfliktpräventionsworkshops gezeigt, sollen aber auch bald regelmässig im Fernsehen laufen. Ob die Anregungen der Filme  angenommen werden, muss sich aber noch zeigen.
Die Geschichte: Fetu Fantastiku (die phantastische Frau) ist eine normale Frau in Timor-Leste, die nicht mehr nur zusehen will, wie ihre Mitmenschen Konflikte und Probleme gewaltsam "lösen". Sie beschliesst, selbst aktiv zu werden und den Menschen aufzuzeigen, wie sich viele alltägliche Konfliktsituationen zum Vorteil aller Parteien auflösen lassen. Vorher muss sie aber noch trainieren....

Fetu Fantastiku - Film 1

Fetu Fantastiku - Film 2

Samstag, 22. Juni 2013

Civic Education

Es ist 7:53 Uhr, ich sitze in der Veranstaltungshalle bei den "canosian sisters", einem christlichen Orden. Hier soll heute der zweite Teil des Civic Education Trainings stattfinden, das ich konzipiert hatte. Heute soll auch der Dili Marathon stattfinden, der Start war für 6:30 Uhr vorgesehen. Die Straßen sollten dafür 1 Stunde vorher gesperrt werden, daher bin ich um 5 Uhr zuhause los gefahren, obwohl das Training erst um 9 startet. Nun regnet es in Strömen, der Start des Marathons wurde auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben, vom Premierminister, der den Startschuss geben soll ist wohl auch noch nichts zu sehen. Wir hoffen dass die Teilnehmer des Civic Education Trainings trotz Regen und gesperrten Straßen den Weg zum Veranstaltungsort finden.

Samstag, 8. Juni 2013

Tomatensauce in Dili

Hin und wieder ist Reispause, und Pastazeit. Und seit einigen Tagen gibt es hier nun auch frischen Basilikum. Banal? Nene,  ich freu mich jedes Mal. :-)

Donnerstag, 30. Mai 2013

Deutschlandreise

Weizenbier







Spargel

Jetlag




Bondia (Portugiesisch & Tetun=Guten Morgen),

es ist 5.30 Uhr, ich sitze in unserer Kueche bei einem Tee, draussen ist es noch stockdunkel (in Timor-Leste wird es gegen 6 Uhr hell), die Haehne kraehen und ich bin hellwach. Warum das Ganze? Ich habe ein Jetlag, denn ich war die letzten drei Wochen in Deutschland.

Das Internet sagt dazu: Als Jetlag (aus dem Englischen von jet ‚Düsenflugzeug‘ und lag ‚Zeitdifferenz‘) wird eine nach Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen auftretende Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (circadiane Dysrhythmie - circadiane Rhythmik) bezeichnet. Sie wird als deutsche Übertragung zuweilen auch als Zeitzonenkater bezeichnet.

So, also, ich habe einen “Zeitzonenkater”, seit drei Tagen wache ich immer zwischen vier und 5 Uhr morgens auf. Ganz schoen beknackt, aber irgendwie auch ein bisschen lustig und ein paar gute Ideen hat es zumindest schon gebracht. Man hat viel Zeit zum Nachdenken…

Momentan stelle ich fest die Uebergangsphase wieder hier in Timor-Leste und somit auch irgendwo in einer “anderen Welt” anzukommen, ist sehr spannend, was genauso beim Ankommen in Deutschland der Fall war, denn bislang gewohnte Dinge erscheinen ploetzlichin einem neuen oder anderen Licht und das ist hoch interessant. Und genauso schnell wie diese Eindruecke erscheinen, verfliegen sie auch wieder zur Gewohnheit. Bevor das eintritt, versuche ich Euch nun ein paar Eindruecke zu schildern.

Als ich in Deutschland ankam, habe ich mich erstmal auf Richtung Koeln zu unserem Familiennachwuchs, meinem Neffen Lukas gemacht, und als ich am Koelner Hauptbahnhof ins Taxi steigen wollte, bin ich automatisch zur linken Vorderseite gegangen (in Tinor-Leste ist Linksverkehr), was dazu fuehrte, dass der Taxifahrer mich erbost anraunzte -“Eigentlich wollte ich fahren….”.
Bei meinem ersten Spaziergang in Nippes ist mir aufgefallen wie auffaellig ruhig es auf den Strassen ist, kaum Geraeusche und die Menschen, die einem begegnen, verhalten sich so leise. In Timor-Leste umgeben einen viel mehr Geraeusche, zum einen sind viele Kinder zu hoeren, staendig knattert ein Moped oder ein Kleinbus irgendwo rum-nicht zu vergessen die Haehne, die alten Schreihaelse (!)- und die Leute sitzen viel draussen vor ihren Haeusern. In Deutschland spielt sich einfach viel mehr drinnen bzw. im Privatbereich wie auf dem Balkon oder im Garten ab. Um unser Haeuschen herumist es auch relativ ruhig, aber sobald man um die naechste Strassenecke ist, gehts los.
Als ich dann auf die Neusser Strasse (grosse Einkaufsstrasse in Koeln-Nippes) abgebog, war mein erster Gedanke, dass die Strasse so “kuenstlich” aussieht, was daran liegt, dass sie, wie die meisten Einkaufsstrassen in Deutschland, zugepflastert ist mit Kettenlaeden - Der deutschlandweite Optiker, die Selbstbedienungsbaeckerei, Drogeriemaerkte von der Stange, die ganzen Supermaerkte…
Das Innere der Laeden hingegen habe ich dann sehr genossen, ich hatte mehrfach einen Kaufrausch und habe uns eingedeckt mit Schokolade, Spaetzle, einem Berg Drogerieartikeln, Sonnenblumenkernen, Gewuerzen, Kaese, Vollkornbrot, Medikamenten, Bonbons, Kaugummis, usw. usw. Was mir allerdings negativ aufgestossen ist, war die riesige Fleischauswahl, wer braucht denn 50 verschiedene Wurstsorten?
Bei meiner ersten eigenen Autofahrt, kam ich mir vor wie Schuhmacher, weil man einfach drauf los fahren kann und nicht bei jedem Meter mit dem naechsten Schlagloch rechnen muss. Sehr angenehm.
Mir ist auch die ganze Auswahl an Cafes, Kneipen, Kino, Theater, Parks…sehr positiv aufgefallen, da steckt viel Liebe im Detail war mein Eindruck. In Freiburg kam mir allerdings auf der anderen Seite die Stadt sehr eng, zugebaut bzw. ueberbevoelkert vor, selten Freiraum und Platz zwischen den Haeusern. 

Insgesamt war es sehr erholsam, erfrischend und schoen in Deutschland zu sein und Euch wieder zu sehen. Fuer die, bei denen ich mich nicht melden konnte, hoffentlich das naechste Mal!

Das Zurueckkommen nach Timor-Leste und das Einreisegefuehl war ebenfalls total positiv, es hat sich direkt wieder vertraut angefuehlt, was ein gutes Zeichen ist. Natuerlich war die groesste Motivation auf der Rueckreise endlich Holger wieder zu sehen! Mich flasht schon die ganze Woche das helle Licht und wie gruen es in Timor-Leste ist, selbst hier in der Hauptstadt gibt es gewaltige Natur, riesige Baeume, Meere an Bananenstauden und unser Stadtteil ist voller Voegel-morgens gibts immer ein gratis Vogelkonzert. Das ist hier zudem besonders, denn, so wurde mir erzaehlt, in der indonesischen Besatzungszeit sind viele Vogelarten aufgrund der Bombadierungen und des Napalmeinsatzes abgewandert. Nun kehren sie zurueck.
Insgesamt erscheint mir das Land in einem viel positiveren Lichtm als bei meiner Abreise, ich hatte die Spuren der Zerstoerung in Dili zum Beispiel viel staerker in Erinnerung und nun fallen mir mehr die herausgeputzten Ecken aus.
Und, dass die Menschen hier so strahlend grinsen, hatte ich in der Intensitaet nicht in Erinnerung.
Leute, die schon laenger in Timor-Leste arbeiten, sagen, dass es sehr wichtig ist sich alle paar Monate frischen Wind um die Nase wehen zu lassen, denn es ist ein sehr kleines Land mit vielen Herausforderungen. Da ist was dran.

Anbei noch ein paar Impressionen von der Deutschlandreise.
Schoenen Gruss und bis bald, Mana Pia